  {"id":17816,"date":"2025-04-10T10:32:03","date_gmt":"2025-04-10T08:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01765-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:04","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:04","slug":"01765-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01765-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Substratentwicklung auf Kompostbasis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Den inhaltlichen Hintergrund f\u00fcr das Projekt stellte einerseits die abfallwirtschaftliche Zielsetzung der R\u00fcckf\u00fchrung organischer Abf\u00e4lle nach einer biologischen Behandlung in den pflanzenbaulichen Kreislauf dar. Andererseits wurde auf die Anforderung von Gartenbau und Garten-\/ Landschaftsbau eingegangen, neue Zuschlagstoffe f\u00fcr den Erden- und Substratbereich zu finden und hieraus entsprechende Produkte zu entwickeln. Hierzu mussten Richtwerte f\u00fcr die substratrelevanten Qualit\u00e4tsparameter erarbeitet und in einem Normenkatalog zusammengefasst werden, um die Anwendungssicherheit f\u00fcr Hersteller und Benutzer zu gew\u00e4hrleisten. Schlie\u00dflich waren aus den erzielten Ergebnissen Handlungsempfehlungen be-z\u00fcglich der Herstellung substratf\u00e4higer Komposte abzuleiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm die Zielsetzung zu erreichen, waren folgende Teilziele\/Arbeitsschritte vorgesehen:<br \/>\n1.\tEvaluierung der erforderlichen Eigenschaften von Komposten f\u00fcr den Einsatz in Erden und Substraten sowie Abgleich dieser Anforderungen mit praxis\u00fcblichen Kompostqualit\u00e4ten.<br \/>\n2.\tErmittlung der Anforderungen der verschiedenen Einsatzgebiete von Kompostsubstraten im Gartenbau und Umsetzung der erzielten Vorhabensergebnisse in pflanzenbaulichen Versuchen mit Modellsubstraten auf Betrieben des Gartenbaus.<br \/>\n3.\tErstellung eines Normenkatalogs bez\u00fcglich der erforderlichen Qualit\u00e4t von Substratkomposten und der daraus hergestellten Produkte (Erden und Substrate).<br \/>\nErstellung von Handlungsempfehlungen bez\u00fcglich der Herstellung substratf\u00e4higer Komposte einerseits und von Erden und Substraten auf Kompostbasis andererseits sowie Initiierung der Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse und Normen in die Praxis.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sachstand der gegenw\u00e4rtig erzeugten Qualit\u00e4ten von Komposten<br \/>\n445 Analysenergebnisse von Bio- und Gr\u00fcnkomposten aus RAL-GZ 251 Untersuchungen der PlanCoTec wurden im Hinblick auf eine Einhaltung der Vorl\u00e4ufigen G\u00fctebestimmungen f\u00fcr Substratkomposte \u00fcberpr\u00fcft. Nur 14 % der \u00fcberpr\u00fcften Komposte konnten die geforderten Qualit\u00e4tskriterien einhalten. Die h\u00e4ufigsten \u00dcberschreitungen wurden durch zu hohe Salzgehalte (66 % der Komposte) bedingt, gefolgt von mangelnder Pflanzenvertr\u00e4glichkeit bei 50 %iger Kompostzugabe (59 %) und zu hohen Kaliumgehalten (50 %).<br \/>\nWeiterentwicklung der Testmethode Pflanzenvertr\u00e4glichkeit<br \/>\nDie durchgef\u00fchrten Versuchsreihen best\u00e4tigen die Eignung des Pflanzenvertr\u00e4glichkeitstests nach RAL GZ 251 f\u00fcr Komposte, die in Erden und Substraten eingesetzt werden sollen. Es konnte gezeigt werden, dass der Pflanzenvertr\u00e4glichkeitstest durch die Wahl der Gerstensorte sowie durch unterschiedliche Wassergehalte der Pr\u00fcfsubstrate zu Testbeginn beeinflusst wird. Entsprechende \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die Pr\u00fcfmethode sind der Bundesg\u00fctegemeinschaft Kompost unterbreitet worden.<br \/>\nRichtwertermittlung f\u00fcr die Parameter Gesamtsalz, Chlorid, Natrium und Kalium sowie der N-Immobilisierung an Praxiskulturen, Erhebungsuntersuchungen zum Natrium- und Chloridgehalt an Praxis-\/Handelskomposten<br \/>\nMittels Modellkomposten, die sich lediglich hinsichtlich der Natrium- und Chloridgehalte unterschieden, wurden Vegetationsversuche durchgef\u00fchrt. Grenzwerte von 1000 mg Cl und 225 mg Na\/l FS wurden ermittelt, die bei einer Zumischung von 40 % Kompost alleine vom Kompost ausgesch\u00f6pft w\u00fcrden. Ein spezifischer Kaliumgrenzwert war nicht ermittelbar; es muss mit dem Gesamt-Salzgehalt gearbeitet werden. Weder C\/N-Verh\u00e4ltnisse zwischen 12 und 20 noch N-Immobilisierungen bis ca. 150 mg N\/l Kompost zeigten einen Einfluss auf das Wachstum der Versuchspflanzen. Die Grenzwerte fanden Einfluss in die Praxis, wobei Sicherheitsmargen ber\u00fccksichtigt wurden.<br \/>\nRichtwertermittlung f\u00fcr die Parameter Cadmium, Kupfer, Zink und Mangan, Untersuchungen zum Parameter Bor<br \/>\nZur Kl\u00e4rung der Versuchsfragen wurden mehrere Versuche mit gesteigerten Zugaben an Cd, Cu, Zn, Mn und B zum Kompostrohmaterial vor der Rotte bzw. zu Kompost-Torf-Substraten durchgef\u00fchrt. Der Einfluss auf das Wachstum war untergeordnet, w\u00e4hrend Fe-Mangelchlorosen induziert wurden. Diese dienten dann auch zur Ermittlung der Toxizit\u00e4tsgrenzwerte. Mischbelastungen mit Cd, Cu und Zn verst\u00e4rkten die Chlorosen. Aufgrund der Toxizit\u00e4tsgrenzwerte wurden Richtwerte f\u00fcr Gesamtschwermetallgehalte f\u00fcr Substratkomposte festgelegt, die 100 mg Cu, 1,5 mg Cd und 2500 mg Mn je kg Kompost-TS betragen. Bei Zn sollte der CaCl2-verf\u00fcgbare Anteil im Substrat ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nNormenkatalog und Handlungsempfehlungen<br \/>\nDie im Projekt erarbeiteten Ergebnisse und die VORL\u00c4UFIGEN G\u00dcTEBESTIMMUNGEN F\u00dcR SUB-STRATKOMOST, wurden mit dem beim RAL eingereichten Antrag f\u00fcr das G\u00fctezeichen Substratkompost abgeglichen. Sie fanden Eingang in einen Normenkatalog f\u00fcr substratrelevante Qualit\u00e4tsparameter, der das notwendige Profil von Substratkomposten aufzeigt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurden Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Herstellung von Substratkomposten unter Ber\u00fccksichtigung von Kompostrohmaterialien und Rottef\u00fchrung auf der Basis der erzielten Vorhabensergebnisse erarbeitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Abschlu\u00dfbericht Substratentwicklung auf Kompostbasis. Initiativen zum Umweltschutz 4. Zeller, 1997.<br \/>\nVerankerung der Grenzwerte in der Praxis durch eine ad-hoc-Arbeitsgruppe der Projekt-Beteiligten sowie Fachkreise der Kompost-, Torf- und Humuswirtschaft (div. Publikationen).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auch wenn nicht alle Ziele aufgrund des erheblichen Projektumfangs und der nicht vorhersehbaren Methodenprobleme in der bewilligten Projektlaufzeit erreicht wurden, so konnten doch die haupts\u00e4chlichen Unsicherheiten bez\u00fcglich des Einsatzes von Komposten zur Substratherstellung und von Kompostsubstraten im pflanzenbaulichen Bereich ausger\u00e4umt werden. Erstmals und europaweit einmalig existiert ein wissenschaftlich abgesicherter und mit wichtigen Fach- und Verkehrskreisen abgestimmter Normenkatalog f\u00fcr substratrelevante Parameter in Komposten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Den inhaltlichen Hintergrund f\u00fcr das Projekt stellte einerseits die abfallwirtschaftliche Zielsetzung der R\u00fcckf\u00fchrung organischer Abf\u00e4lle nach einer biologischen Behandlung in den pflanzenbaulichen Kreislauf dar. Andererseits wurde auf die Anforderung von Gartenbau und Garten-\/ Landschaftsbau eingegangen, neue Zuschlagstoffe f\u00fcr den Erden- und Substratbereich zu finden und hieraus entsprechende Produkte zu entwickeln. 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