  {"id":65287,"date":"2024-01-24T11:07:36","date_gmt":"2024-01-24T10:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=65287"},"modified":"2024-01-29T17:40:48","modified_gmt":"2024-01-29T16:40:48","slug":"experimentierklauseln-fuer-moorwiedervernaessungen-gefordert","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/experimentierklauseln-fuer-moorwiedervernaessungen-gefordert\/","title":{"rendered":"Experimentierklauseln f\u00fcr Moorwiedervern\u00e4ssungen gefordert"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Berlin. Wasser sucht sich seinen Weg, hei\u00dft es im Volksmund. Doch das stimmt nicht immer: \u201eWir greifen seit vielen Jahrzehnten stark in den Wasserhaushalt ein. Wir haben 95 Prozent unserer Moore entw\u00e4ssert, um die Fl\u00e4chen nutzbar zu machen, ohne uns etwa \u00fcber die Konsequenzen f\u00fcr das Klima im Klaren zu sein. Dabei emittieren entw\u00e4sserte Moore rund sieben Prozent aller Treibhausgase in Deutschland\u201c, betonte Prof. Dr. Gerald <strong>Jurasinski <\/strong>von der <a href=\"https:\/\/www.uni-greifswald.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.uni-greifswald.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4t Greifswald<\/a> w\u00e4hrend des Forums \u201eGemeinsam Wasser in der Landschaft halten \u2013 eine Chance f\u00fcr unseren Wald?\u201c heute (Mittwoch) auf der <a href=\"https:\/\/www.gruenewoche.de\/de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.gruenewoche.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gr\u00fcnen Woche<\/a>. Die Podiumsg\u00e4ste der gemeinn\u00fctzigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU), des DBU Naturerbes, waren sich einig: Um einen neuen, gemeinsamen Umgang mit der Ressource Wasser zu erproben und Moore schneller wiederzuvern\u00e4ssen, brauche es Experimentierklauseln in Gesetzen und Verordnungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Kesselmoor-Bellin-Ueckermuender-Heide_\u00a9Werner-Wahmhoff_DBU-Naturerbe-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-65316\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Kesselmoor-Bellin-Ueckermuender-Heide_\u00a9Werner-Wahmhoff_DBU-Naturerbe-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Kesselmoor-Bellin-Ueckermuender-Heide_\u00a9Werner-Wahmhoff_DBU-Naturerbe-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Kesselmoor-Bellin-Ueckermuender-Heide_\u00a9Werner-Wahmhoff_DBU-Naturerbe-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Moorschutz ist Klimaschutz. Entw\u00e4sserte Moore sind f\u00fcr rund sieben Prozent der Treibhausgase in Deutschland verantwortlich. Indem Gr\u00e4ben geschlossen werden, k\u00f6nnen sie wiedervern\u00e4sst werden wie hier auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Ueckerm\u00fcnder Heide in Mecklenburg-Vorpommern.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><i><span style=\"font-weight:normal\"><strong>\u00dcber Professionsgrenzen hinweg gemeinsames Verst\u00e4ndnis entwickeln<\/strong><\/span><\/i><\/p>\n\n\n\n<p>Susanne <strong>Belting<\/strong>, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, Prof. Dr. Gerald Jurasinski von der Universit\u00e4t Greifswald, Ludwig <strong>Stegink-Hindriks<\/strong>, Fachbereichsleiter Innovation bei den <a href=\"https:\/\/www.landesforsten.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.landesforsten.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nieders\u00e4chsischen Landesforsten<\/a>, und Godehard <strong>Hennies<\/strong>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom <a href=\"https:\/\/www.wasserverbandstag.de\/home.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.wasserverbandstag.de\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wasserverbandstag<\/a>, beleuchteten in der Waldarena der Messe aktuelle Herausforderungen und ganzheitliche L\u00f6sungsans\u00e4tze rund um die Wiedervern\u00e4ssung von Feuchtgebieten und Mooren. Jurasinski machte klar: \u201eWir m\u00fcssen alle unsere Moore wiedervern\u00e4ssen, weil wir sonst die gesetzten Klimaschutzziele nicht erreichen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir z\u00fcgig vorankommen.\u201c Es gebe aber Widerspr\u00fcche im System. So sei es in der Sache nicht zutr\u00e4glich, wenn vorab beispielsweise wald- oder naturschutzrechtlich Ausgleich f\u00fcr jeden Baum angeordnet wird, f\u00fcr den die wiedervern\u00e4sste Fl\u00e4che zu nass geworden ist. Ludwig Stegink-Hindriks best\u00e4tigte: \u201eEs fehlt unter Expertinnen und Experten aus der Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sowie aus dem Naturschutz bisher noch ein gemeinsames Systemverst\u00e4ndnis, wie wir zuk\u00fcnftig gemeinsam mit dem Wasser umgehen wollen: vom Regentropfen, der auf den Boden f\u00e4llt, \u00fcber das Erkennen von Chancen f\u00fcr wirksamen Wasserr\u00fcckhalt in Wald und Moor, \u00fcber k\u00fcnftige Entw\u00e4sserungs- und Wasserbevorratungsbereiche in unseren Landschaften, bis zu einem effektiven Schutz von Menge und Qualit\u00e4t des Grundwassers. \u2013 Kohlendioxid heizt unsere Landschaften global auf, doch Wasser k\u00fchlt und Biodiversit\u00e4t reguliert das Klima und unsere betrieblichen Perspektiven.\u201c Dabei sei interdisziplin\u00e4res Arbeiten gefragt \u2013 und mehr Experimentierfreudigkeit. \u201eVorbildlich ist in diesem Zusammenhang der Entwurf f\u00fcr ein neues Wassergesetz in Sachsen-Anhalt: Dort ist eine Experimentierklausel vorgesehen, die zeitlich befristet neue Modelle der Gew\u00e4sserunterhaltung zur Erprobung erlaubt\u201c, erl\u00e4uterte Godehard Hennies. Entsprechende Klauseln sollten auch im neuen Waldgesetz sowie in der Planungs- und Naturschutzgesetzgebung Einzug erhalten. Das mache es auch f\u00fcr Beh\u00f6rden einfacher, mutig Projekte zu bewilligen, die auf mehr Wasser in der Landschaft abzielen. Zukunftsf\u00e4hig sei eine integrative Wasserwirtschaft. Der Wasserverbandstag Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt biete konkrete L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr Moorschutz im Wald.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Internationale-Gruene-Woche-2024_\u00a9Katja-Behrendt_DBU-Naturerbe-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-65332\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Internationale-Gruene-Woche-2024_\u00a9Katja-Behrendt_DBU-Naturerbe-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Internationale-Gruene-Woche-2024_\u00a9Katja-Behrendt_DBU-Naturerbe-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Internationale-Gruene-Woche-2024_\u00a9Katja-Behrendt_DBU-Naturerbe-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Internationale-Gruene-Woche-2024_\u00a9Katja-Behrendt_DBU-Naturerbe.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wie es gelingt, gemeinsam Wasser in der Landschaft zu halten, dar\u00fcber diskutierten bei der Gr\u00fcnen Woche (v. l.) Ludwig Stegink-Hindriks, Nieders\u00e4chsische Landesforsten, Prof. Dr. Gerald Jurasinski, Universit\u00e4t Greifswald, Susanne Belting, DBU Naturerbe, Georg Schirmbeck, Deutscher Forstwirtschaftsrat und Godehard Hennies, Wasserverbandstag.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><i><strong>Vereinfachte Genehmigungsverfahren f\u00fcr mehr Moorschutz<\/strong><\/i><\/p>\n\n\n\n<p>Auch im praktischen Naturschutz w\u00e4ren gesetzlich verankerte Experimentierklauseln hilfreich. \u201eDie Genehmigungsverfahren f\u00fcr Wiedervern\u00e4ssungen oder Renaturierungen sind so umfangreich, dass sie oft sehr lange dauern\u201c, betonte Susanne Belting und forderte eine Vereinfachung der Verfahren. Das DBU Naturerbe m\u00f6chte auf ihren <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbe\/flaechen\/flaechenliste\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">66 Fl\u00e4chen mit knapp 70.000 Hektar<\/a> \u00fcberall da, wo es m\u00f6glich ist, Moore und Feuchtgebiete im Sinne des Klimaschutzes, aber auch zum Schutz der biologischen Vielfalt wiedervern\u00e4ssen. In der Renaturierung sieht die Fachliche Leiterin auch eine Chance f\u00fcr den Wald: \u201eWenn wir Gr\u00e4ben verschlie\u00dfen und Grundwasserst\u00e4nde optimieren, hat das positive Auswirkungen auf angrenzende, trockenere Waldabschnitte. Au\u00dferdem k\u00f6nnen feuchte B\u00f6den bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen und erf\u00fcllen auch Funktionen im Hochwasserschutz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><i><strong>Mit \u00d6kosystemdienstleistungen Renaturierungsbetriebe aufbauen<\/strong><\/i><\/p>\n\n\n\n<p>Anders als im DBU Naturerbe, die auf Eigentumsfl\u00e4chen in zehn Bundesl\u00e4ndern zur\u00fcckgreifen kann, sei die fehlende Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit in der Regel ein gro\u00dfer Hemmschuh. Stegink-Hindriks: \u201eWenn wir \u00d6kosystemdienstleistungen ergebnishonoriert zuverl\u00e4ssiger bezahlt bek\u00e4men, k\u00f6nnte man innerhalb der Land- und Forstwirtschaft, je nach Lage von Betriebsfl\u00e4chen und Eigent\u00fcmer-Interessen mit ihnen sogar Renaturierungswirtschaftsbetriebe aufbauen<span>.\u201c Ein Instrument zur Finanzierung von Wiedervern\u00e4ssungen stellen <span><a href=\"https:\/\/www.moorfutures.de\/konzept\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.moorfutures.de\/konzept\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MoorFutures\u00ae-Zertifikate<\/a> dar \u2013 auch in Niedersachsen vertreten durch die Landesforsten.<\/span><\/span><span> Mit ihrem Kauf k\u00f6nnen Unternehmen freiwillig ihre klimasch\u00e4dlichen Aktivit\u00e4ten kompensieren und so entsprechende Renaturierungsprojekte unterst\u00fctzen.<\/span> Belting berichtete von dem Projekt \u201eToMOORow\u201c. Die Initiative der <a href=\"https:\/\/www.umweltstiftungmichaelotto.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.umweltstiftungmichaelotto.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umweltstiftung Michael Otto<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.succow-stiftung.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.succow-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Michael Succow Stiftung<\/a> und des <a href=\"https:\/\/www.greifswaldmoor.de\/start.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.greifswaldmoor.de\/start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greifswald Moor Centrums<\/a> baue Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr sogenannte Paludikultur-Produkte wie D\u00e4mmstoffe aus Rohrkolben von der Nachfrageseite her auf. Derzeit formiert sich eine bundesweite Allianz aus Unternehmen, um gemeinsam mit Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern und Bewirtschaftern die Wiedervern\u00e4ssung der Moore voranzutreiben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-fd495d61-7bef-437c-b2fd-5599ddcce782' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-fd495d61-7bef-437c-b2fd-5599ddcce782' class='dbu-icon  ' href="https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-006-2024-Forum-Gruene-Woche.pdf"><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-fd495d61-7bef-437c-b2fd-5599ddcce782' class='dbu-icon  ' href="https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-202401_Hintergrund-DBU-Naturerbe.pdf"><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Hintergrund DBU Naturerbe<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlicher Klimaschutz Thema beim DBU Naturerbe-Forum zur Internationalen Gr\u00fcnen Woche<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":65332,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,14],"tags":[433,413,414,75,432,50],"class_list":["post-65287","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","category-naturerbe","tag-dbu-naturerbe","tag-moor","tag-moorschutz","tag-nationales-naturerbe","tag-naturerbe","tag-naturschutz"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/65287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/65287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65457,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/65287\/revisions\/65457"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65332"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}