{"id":57098,"date":"2023-11-07T09:06:06","date_gmt":"2023-11-07T08:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&p=57098"},"modified":"2025-03-24T12:04:18","modified_gmt":"2025-03-24T11:04:18","slug":"begruente-terrassen-mildern-klimafolgen-im-steillagen-weinbau","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/begruente-terrassen-mildern-klimafolgen-im-steillagen-weinbau\/","title":{"rendered":"Begr\u00fcnte Terrassen mildern Klimafolgen im Steillagen-Weinbau"},"content":{"rendered":"\n
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Querterrassierung bietet f\u00fcr Weinanbau in Steillagen (hier der Weinberg am H\u00f6llenberg in Assmannshausen) bestm\u00f6gliche Nutzung. Mit begr\u00fcnten B\u00f6schungen werden Wasser, Boden und Pflanzen gesichert \u2013 ein nat\u00fcrlicher Schutz gegen Trockenheit und Starkregen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Osnabr\u00fcck. Dem Weinbau machen Klimawandelfolgen und Kirschessigfliegen zu schaffen. Doch es gibt praxisnahe Methoden, die zur Entsch\u00e4rfung und gleichzeitig zum Artenschutz beitragen. Ertragsminderungen durch extreme Trockenheit oder starke Niederschl\u00e4ge lassen sich etwa durch quer statt l\u00e4ngs zum Hang angelegte Rebzeilen verringern, hat die Hochschule Geisenheim<\/a> nachgewiesen. Zudem entwickeln die Firmen 3win Maschinenbau<\/a> und Mabri.Vision<\/a> in Aachen zusammen mit dem Dienstleistungszentrum L\u00e4ndlicher Raum (DLR) Rheinpfalz<\/a> ein App<\/em>-basiertes Monitoringsystem f\u00fcr einen effizienteren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Kirschessigfliegen. Die Âé¶¹´«Ã½ (DBU) hat beide Innovationen mit insgesamt rund 700.000 Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n

M\u00e4chtiger Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n

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Von den besonnten wildkr\u00e4uterreichen H\u00e4ngen profitieren K\u00e4fer, Ameisen und Heuschrecken. Spinnen, Wildbienen und V\u00f6gel nutzen die ungest\u00f6rten Weinbergsbrachen als Nist-, Nahrungs- und R\u00fcckzugsraum.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Das Deutsche Weininstitut (DWI)<\/a> nennt als Herausforderungen des aktuellen Jahrgangs zum einen die extreme Trockenheit im Juni und zum anderen die darauf folgenden starken Niederschl\u00e4ge bis in den August. \u201eExtreme Wetterereignisse werden durch die menschengemachte Erderw\u00e4rmung immer h\u00e4ufiger und intensiver \u2013 darauf m\u00fcssen wir uns vorbereiten\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander Bonde<\/strong>. Wer beim Weinbau in Klimaanpassungen investieren will, sollte nach seinen Worten zugleich den Artenschutz mitber\u00fccksichtigen. Denn Unternehmen \u2013 und damit auch Weing\u00fcter \u2013 haben Bonde zufolge einen \u201em\u00e4chtigen Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t in der Hand: durch Anpassen von Produktionsprozessen und durch schonenden Umgang mit Natur-Ressourcen\u201c.<\/p>\n\n\n\n

Extreme Wetterereignisse verringern Ertrag im Steillagen-Weinbau<\/strong><\/p>\n\n\n\n

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Der in einer Rebanlage platzierte Prototyp einer Kirschessigfliegen-Falle informiert mit Minicomputer und Kamera kontinuierlich \u00fcber die Menge des Befalls. Die Âé¶¹´«Ã½ (DBU) f\u00f6rdert die Entwicklung mittels ihrer F\u00f6rderinitiative zur Pestizidvermeidung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

An Steilh\u00e4ngen entlang des Rheins, der Mosel, des Mains, des Neckars und der Saale sieht man sie stellenweise noch: horizontal zum Gef\u00e4lle angelegte und durch Trockenmauern gesicherte Terrassen mit Weinreben. Solche historisch gepr\u00e4gten Kulturlandschaften, die einen hohen Wert f\u00fcr die Artenvielfalt haben, bleiben h\u00e4ufig nur durch regionale F\u00f6rderprogramme erhalten. Viele wurden in Falllinie umgebaut, um sie rentabler zu gestalten, denn der traditionelle Terrassenweinbau war reine Handarbeit. \u201eDie Intensivierung des Weinbaus mit dem Anbau in Falllinie ver\u00e4nderte das Landschaftsbild der Steillagen. Weinst\u00f6cke in Falllinie, also entlang des Gef\u00e4lles gezeilt, haben verbesserte M\u00f6glichkeiten der Mechanisierung\u201c, sagt Prof. Dr. Ilona Leyer <\/strong>vom Institut f\u00fcr angewandte \u00d6kologie<\/a> der Hochschule Geisenheim<\/a>. Das Problem im Zuge des Klimawandels: Wasser flie\u00dft schneller ab, sodass einerseits die B\u00f6den bei D\u00fcrre eher austrocknen und andererseits die Wucht eines Starkregens schon mal ganze B\u00f6den samt Rebst\u00f6cken mit sich rei\u00dfen kann, so Leyer. \u201eInfolgedessen lohnt sich das Bewirtschaften mancherorts nicht mehr und Fl\u00e4chen fallen brach\u201c, sagt sie. So ist etwa in den \u00fcberwiegend durch Steillagen-Weinbau gepr\u00e4gten Regionen Mittelrhein und Mosel in den vergangenen 31 Jahren ein R\u00fcckgang der bestockten Rebfl\u00e4che um knapp 40 Prozent bzw. etwa 30 Prozent zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n\n

Begr\u00fcnte B\u00f6schungen sichern terrassierte Rebzeilen bei Starkregen<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Im Steillagen-Weinbau bietet die moderne Querterrassierung mit hangparallelen Gassen, die befahrbar sind, nach Leyers Worten mehrere Vorteile im Vergleich zum Anbau in Falllinie: \u201eUnsere Untersuchungen zeigen, dass die mit begr\u00fcnten B\u00f6schungen gesicherten Terrassen Extremwetterereignisse abmildern.\u201c Sie bieten also Erosionsschutz bei Starkniederschl\u00e4gen und halten das Wasser l\u00e4nger im Boden. \u201eDas lohnt sich nicht nur wirtschaftlich, sondern ist bei Verwendung regionalen Saatguts auch im Sinne des Artenschutzes\u201c, so die Professorin. Von den besonnten wildkr\u00e4uterreichen H\u00e4ngen profitieren nachweislich K\u00e4fer, Ameisen, Heuschrecken und andere spezialisierte Insekten. Spinnen, Wildbienen und V\u00f6gel nutzen Leyer zufolge die ungest\u00f6rten Weinbergsbrachen als Nist-, Nahrungs- und R\u00fcckzugsraum. Untersuchungsregion war die Unesco-Welterbe-Region Oberes Mittelrheintal<\/a>. \u201eDie Querterrassierung ist aber auf andere Steillagen-Anbaugebiete Deutschlands \u00fcbertragbar\u201c, sagt die Projektleiterin. Kooperationspartner waren die hessischen Staatsweing\u00fcter sowie ein hessischer und ein rheinland-pf\u00e4lzischer Weinbau-Betrieb.<\/p>\n\n\n\n

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Herausforderung Steillagen-Weinbau: Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gef\u00f6rderte Untersuchungen der Hochschule Geisenheim zeigen, dass die mit begr\u00fcnten B\u00f6schungen gesicherten Terrassen Extremwetterereignisse abmildern.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

So wenige Pflanzenschutzmittel wie m\u00f6glich: ein Gewinn f\u00fcr den Artenschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n

Neben der extremen Trockenheit sowie den anschlie\u00dfenden starken Niederschl\u00e4gen gab es laut dem Deutschen Weininstitut noch eine dritte Herausforderung f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Wein-Jahrgang: die aus Asien stammende Kirschessigfliege. Kurz vor der Ernte bef\u00e4llt sie gesunde Fr\u00fcchte weichfleischiger Obstarten. \u201eBeim Wein sind dies vorwiegend rote Rebsorten wie etwa Dornfelder und Trollinger\u201c, sagt Daniela Kameke <\/strong>vom Institut f\u00fcr Phytomedizin<\/a> des DLR Rheinpfalz. Als sinnvoll gelten das \u00dcberwachen der Population mit Monitoringfallen sowie regelm\u00e4\u00dfige Befallskontrollen. \u201eNur so k\u00f6nnen rechtzeitig Ma\u00dfnahmen bei einem Befall eingeleitet werden\u201c, sagt Kameke. Um das Monitoring f\u00fcr Weinbaubetriebe zu erleichtern, entwickeln die Firmen 3win Maschinenbau und Mabri.Vision aus Aachen zusammen mit dem DLR Rheinpfalz speziell mit Minicomputern und Kameras ausgestattete Monitoringfallen. Kameke: \u201eWinzerinnen und Winzer behalten \u00fcber eine Smartphone-App<\/em> von jedem Ort mit Zugang zu mobilen Daten ihren Weinberg im Blick.\u201c Bei Befall kann dadurch der bestm\u00f6gliche Zeitpunkt f\u00fcr eine Pflanzenschutzmittel-Anwendung bestimmt werden, um die optimale Wirkung zu erzielen. Ebenso wird die Entscheidung \u00fcber eine vorgezogene Lese erleichtert, was unn\u00f6tige Pflanzenschutzmitteleintr\u00e4ge in die Umwelt reduziert. Das entlastet nach ihren Worten B\u00f6den und Gew\u00e4sser und ist zudem ein Gewinn f\u00fcr den Artenschutz.<\/p>\n\n\n\n

Kontakt bei fachlichen Fragen<\/strong> (AZ 34025\/01):<\/strong> Prof. Dr. Ilona Leyer, Tel. +49 672 250 2463<\/p>\n\n\n\n

Kontakt bei fachlichen Fragen<\/strong> (AZ 35936\/01):<\/strong> Daniela Kameke, Tel. +49 632 167 1474<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Medien & Infos<\/h3>\n\n\n
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Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a>
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Prof. Dr. Ilona Leyer<\/div>
Hochschule Geisenheim<\/div><\/div><\/a>
<\/i><\/div>
Daniela Kameke<\/div>
Institut f\u00fcr Phytomedizin<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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