{"id":193445,"date":"2026-07-14T08:41:50","date_gmt":"2026-07-14T06:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&p=193445"},"modified":"2026-07-14T08:41:51","modified_gmt":"2026-07-14T06:41:51","slug":"vielfalt-im-hohen-gras-2","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/vielfalt-im-hohen-gras-2\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Vielfalt im hohen Gras"},"content":{"rendered":"\n
Dessau-Ro\u00dflau. Mit struppig, chaotisch, ungepflegt oder wild w\u00fcrden einige den Blick in die an der Elbe gelegenen Werderwiesen s\u00fcdlich der Wasserburg Ro\u00dflau beschreiben. Dabei sind die sogenannten Altgrasstreifen mit hohem Gras bei der Mahd nicht vergessen worden, sondern bewusst geschaffener Lebensraum. \u201eNaturschutz beginnt genau hier. Bei jeder Mahd l\u00e4sst der landwirtschaftliche Betrieb \u201eLandgut Hundeluft\u201c ein Teil der Wiesenfl\u00e4che stehen, der Insekten, Amphibien und V\u00f6geln vielf\u00e4ltige Lebens-, R\u00fcckzugs- und Nahrungsr\u00e4ume bietet\u201c, erkl\u00e4rt Jan Felix Schneider<\/strong>, Offenlandmanager im DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).<\/p>\n\n\n\n Ungem\u00e4ht f\u00fcr den Naturschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n Es kreucht und fleucht zwischen den Grashalmen und es tummeln sich zahlreiche V\u00f6gel und Insekten am Bl\u00fctenbuffet im Gr\u00fcnland. Gleichzeitig steht die Heumahd an. \u201eFr\u00fcher zog sich die Heuernte \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit hin und die Tiere konnten ringsherum auf ungem\u00e4hte Fl\u00e4chen ausweichen. Mit den modernen Maschinen und M\u00e4hwerken werden Wiesen innerhalb weniger Stunden abgem\u00e4ht. Da bleibt f\u00fcr die Tierwelt nur wenig \u00fcbrig und es gibt kaum Ausweichm\u00f6glichkeiten\u201c, erkl\u00e4rt Schneider. Sogenannte Altgrasstreifen k\u00f6nnen helfen. Dazu werden bei jeder Mahd bis zu zehn Prozent der Wiesenfl\u00e4che stehengelassen und in Form von Streifen oder kompakten Inseln von der Mahd ausgespart. So bleiben unterschiedliche Strukturen auf der Fl\u00e4che erhalten. \u201eAltgrasstreifen bieten nicht nur im Sommer Lebensraum, sondern k\u00f6nnen auch als Winterquartiere in der offenen Landschaft dienen. Insekten \u00fcberwintern in den Pflanzenst\u00e4ngeln oder am Boden\u201c, erkl\u00e4rt Schneider. Er erg\u00e4nzt \u201eWichtig ist aber, dass die Altgrasstreifen, die neben den dominierenden Gr\u00e4sern auch viele krautige Pflanzenarten enthalten, im n\u00e4chsten Jahr wieder an anderer Stelle angelegt werden, um die Pflanzenzusammensetzung nicht zu beeintr\u00e4chtigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n Alte Grasstreifen schaffen neuen Lebensraum<\/strong><\/p>\n\n\n\n \u201eWer genau hinschaut, sieht keine ungepflegte Wiese, sondern vielf\u00e4ltigen und wertvollen Lebensraum\u201c, betont Daniel Andrick<\/strong>, Revierleiter vom Bundesforst<\/a>betrieb Mittelelbe. W\u00e4hrend der Mahd werden in den Altgrasstreifen zahlreiche Tiere wie Heuschrecken und Spinnen verschont, die den schnellen Maschinen nicht ausweichen k\u00f6nnen. Nach der Mahd dienen ihnen die Streifen als R\u00fcckzugsr\u00e4ume und bieten Futter sowie Deckung vor Feinden. Ebenso f\u00fchlen sich Wiesenv\u00f6gel in den ungenutzten Bereichen wohl und finden dort geeignete Brutpl\u00e4tze und Sitzwarten, von denen sie zur Nahrungssuche die Umgebung beobachten k\u00f6nnen. Feldhasen und weitere Kleintiere finden in dem hohen Gras Ruhe- und Deckungsbereiche. Wildbienen und Schmetterlinge profitieren von dem langfristigen Nahrungsangebot an Bl\u00fcten oder Blattwerk. Ein weiterer Vorteil: Auch sp\u00e4tbl\u00fchende Pflanzenarten kommen bis zur Samenreife. Andrick: \u201eNach der Mahd sind die Altgrasstreifen wiederum Startpunkt, von denen aus die Tiere die gem\u00e4hten Bereiche nach und nach besiedeln.\u201c<\/p>\n\n\n\n Ohne Mahd keine bl\u00fchenden Wiesen<\/strong><\/p>\n\n\n\n Bunte Wiesen sind besondere Lebensr\u00e4ume: artenreich aber mittlerweile selten in Deutschland. \u201eSie sind seit Jahrhunderten von Menschen und Landwirtschaft gepr\u00e4gt, doch verschwinden zunehmend aus unserer Kulturlandschaft, obwohl Deutschland f\u00fcr sie europ\u00e4ische Verantwortung tr\u00e4gt\u201c, sagt Schneider. Einerseits reagiert der nach Flora-Fauna-Habitatrichtlinie gesch\u00fctzte Lebensraum sensibel auf D\u00fcngemittel und auf zu h\u00e4ufige Mahd, andererseits ist er auf regelm\u00e4\u00dfige Nutzung angewiesen. \u201eWiesen sind durch Mahd entstanden. Ganz ohne Pflegema\u00dfnahmen w\u00fcrden die Wiesen nach und nach verbuschen, zu Wald werden und letztendlich verschwinden. Extensiv bewirtschaftet sind sie hingegen wahre Schatzkisten der Artenvielfalt\u201c, verdeutlicht Schneider. In den Auenlandschaften auf der rund 1.650 Hektar gro\u00dfen DBU-Naturerbefl\u00e4che Ro\u00dflauer Elbauen<\/a> breitet sich die Elbe bei Hochwasser auf ihren nat\u00fcrlichen \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen aus. Auf den n\u00e4hrstoffreichen B\u00f6den hat sich in den ufernahen Bereichen Gr\u00fcnland mit einem hohen Artenreichrum entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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