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Projekt 40345/01

Flexibles Energiebewertungsschema für Mietspiegel

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Institut Wohnen und Umwelt GmbH
Rheinstr. 65
64295 Darmstadt

Zielsetzung

Das Projekt zielt darauf ab, die Voraussetzungen für die Berücksichtigung energetischer Merkmale bei der Erstellung von Mietspiegeln zu verbessern. Auf diese Weise soll zum einen die Transparenz am Mietmarkt erhöht werden, indem bestehende Qualitätsunterschiede zwischen Wohnungen in der ortsüblichen Vergleichsmiete differenzierter abgebildet werden. Zum anderen profitieren dadurch gleichzeitig auch Umwelt und Klima, denn die Anreize für die Durchführung energetischer Modernisierungsmaßnahmen werden verbessert.

Im Mietwohnungsmarkt ist zwar eine Überprüfung des Einflusses der energetischen Beschaffenheit auf den Mietpreis im Rahmen der Erstellung von Mietspiegeln gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings enthalten viele qualifizierte Mietspiegel nur rudimentäre Elemente einer energetischen Einordnung. Eine systematische Erfassung energierelevanter Merkmale und deren Aggregation in einer geeigneten Kenngröße findet innerhalb der häufig unter hohem Zeit- und Kostendruck erarbeiteten Mietspiegel meist nicht statt. So kann vermutet werden, dass Unterschiede hinsichtlich der energetischen Qualität in der mietrechtlich definierten ortsüblichen Vergleichsmiete bisher oft nicht adäquat berücksichtigt werden.

Benötigt wird daher ein für Mietspiegel-Erstellung und -Anwendung geeignetes Verfahren zur Operationalisierung der energetischen Beschaffenheit, das bei der Anwendung gegebenenfalls flexibel an die Gegebenheiten in der Kommune angepasst werden kann – zum Beispiel im Hinblick auf die Bewertung von Energieträgern. Ziel des Projekts ist es, vor diesem Hintergrund neue und praktikable Ansätze zu entwickeln.

Über den Mietspiegel hinaus ergeben sich möglicherweise noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, denn Transparenzdefizite und damit verbundene Hürden für Investitionen in den Klimaschutz und die adäquate Bewertung der Wohnkosten bestehen auch in anderen Bereichen. Im Projekt sollen die wichtigsten Anwendungsoptionen dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die sozialen Sicherungssysteme (Grundsicherung und Wohngeld) sowie die Integration der energierelevanten Gebäudemerkmale als Indikatoren im Energiebedarfs- und im Energieverbrauchsausweis.

Arbeitsschritte

Gegenstand der Arbeiten ist die Identifikation und Definition der energierelevanten Merkmale für die Mietspiegelerhebung, die Entwicklung eines Fragebogens mit Anwendungshilfen sowie die Entwicklung verschiedener Varianten für ein einfaches Handrechenschema nebst Tabellen für eine Einordnung der energetischen Beschaffenheit eines konkreten Gebäudes im Rahmen der Mietspiegelanwendung durch mietende und vermietende Personen. Das auf die Schätzung des Energiebedarfs abzielende Handrechenschema wird mit einem empirisch und physikalisch basierten Modell abgeglichen.

Das Schema zur Operationalisierung der energetischen Beschaffenheit soll möglichst flexibel sein, damit es bei der Erstellung von Mietspiegeln individuell angewendet werden kann. Im Rahmen der Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Nettokaltmiete und energetischer Beschaffenheit soll es beispielsweise möglich sein, verschiedene Hypothesen für die Gewichtung des geschätzten Energiebedarfs zu überprüfen: So könnten der Wärmebedarf, die Heizkosten, die Treibhausgas-Emissionen, der Primärenergiebedarf oder auch individuelle Energieträger-Gewichtungen als Maß für die energetische Beschaffenheit herangezogen werden. Auch sollen sich bei der Neuerstellung eines Mietspiegels die Gewichtungsfaktoren entsprechend der geänderten Gesamtlage (z. B. Änderungen im Preisgefüge) anpassen lassen.

Vor dem Hintergrund der Abwägung zwischen einer möglichst differenzierten Abbildung der energetischen Beschaffenheit einerseits und einer möglichsten einfachen und praxisgerechten Anwendbarkeit andererseits werden unterschiedliche Ansätze untersucht – von einem etwas differenzierteren Energie-Tabellen-Schema zur Schätzung des Energiebedarfs bis hin zu einem noch einfacheren Punktesystem zur relativen Bewertung.

Die zu entwickelnde Methodik und die zugehörigen Werkzeuge (Fragebogen, Tabellen, Berechnungssyntax, Excel-Mappen, Online-Tool) werden öffentlich und entgeltfrei bereitgestellt, damit sie bei der Mietspiegelerstellung in allen betroffenen Kommunen angewendet werden können. Darüber hinaus sollen die Perspektiven für die Nutzung des Verfahrens auch in anderen Bereichen des Miet- und Sozialrechts sowie der Immobilien- und Wohnungswirtschaft herausgearbeitet werden.

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131.952,00 €

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15.08.2025 - 15.08.2027

Bundesland

Hessen