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Projekt 40304/01

Dialycycle – Entwicklung und Erprobung einer ganzheitlichen Prozesskette für das Recycling von Kunststoff-Einwegprodukten bei der Dialyse

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Circular MTC e. V.
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Annaberger Str. 240
09125 Chemnitz

Zielsetzung

Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren und Arztpraxen sind wesentliche Bestandteile des Gesundheitssystems. Bei der stationären und ambulanten Behandlung von Patienten kommen viele Einwegprodukte zum Einsatz. Krankenhäuser sind dadurch mit ca. 4,8 Millionen Tonnen Abfall jährlich der fünftgrößte Müllproduzent in Deutschland. Eine der am häufigsten durchgeführten medizinischen Behandlungen ist die Dialyse. In Deutschland sind rund 100.000 Menschen dauerhaft auf die lebenswichtige Behandlung bei Nierenversagen angewiesen. Die häufigste Dialyse-Technik ist dabei die Hämodialyse. Sie wird in der Regel dreimal pro Woche durchgeführt, was schätzungsweise zu rund 14 Millionen Dialysen im Jahr führt. Auch bei der Hämodialyse werden überwiegend Einwegprodukten eingesetzt, welche im Anschluss verbrannt werden. Pro Behandlung entstehen so ca. 1,5kg kunststoffbasierter Abfall.
Sowohl die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UN-Mitgliedstaaten als auch Deutschlands Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie adressieren klare Nachhaltigkeitsziele. Eine lineare Wirtschaft, wie sie aktuell durch den Einsatz von Einwegprodukten in der Medizintechnik vorliegt, widerspricht allerdings den Forderungen nach einer zirkulären Wirtschaft und einem nachhaltigen Ressourcenmanagement. Weltweit ist das Gesundheitswesen für rund 4,4% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch die Aufbereitung von Kunststoffabfällen kann ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Ressourceneffizienz und Senkung der CO2-Emissionen geleistet werden. Wird für die erzielbare Umweltentlastung durch die Aufbereitung von Kunststoffabfällen zu Grunde gelegt, dass jede Tonne Recyclingkunststoff spezifisch bis zu 3 Tonnen klimarelevante Treibhausgase in Form von CO2-Äquivalenten einspart, ergibt sich im Bereich der Hämodialyse ein theoretisches Potenzial von rund 63.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Erprobung einer ganzheitlichen Prozesskette für das werkstoffliche Recycling von gemischten medizinischen Kunststoff-Einwegprodukten. Neben der Abfallanalyse und Stoffstromentwicklung sowie der Dekontamination und Reinigung, ist die Materialaufbereitung und industrienahe Rezyklatverarbeitung ein wichtiges Teilziel. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse soll am Ende ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zur Verfügung stehen, das aufzeigt, wie medizinische Kunststoffabfälle recycelt und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Arbeitsschritte

Zur Erreichung des Projektziels werden zunächst die Anforderungen an die Prozesskette unter Berücksichtigung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für das Recycling medizinischer Abfälle definiert. Darauf aufbauend erfolgt eine detaillierte Stoffstromanalyse im Dialysezentrum sowie die Entwicklung nachhaltiger Abfallverwertungskonzepte. Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung eines prozessoptimierten Dekontaminationsprozesses, der die spezifischen Anforderungen der werkstofflichen Verwertung medizinischer Abfälle berücksichtigt. Zudem werden effiziente Reinigungs-, Trenn- und Sortierprozesse für gebrauchte, dekontaminierte Dialyseabfälle entwickelt und untersucht. Zur Sicherstellung der Qualität der Rezyklate erfolgt eine umfassende experimentelle Bewertung der Material- und Verarbeitungseigenschaften. Die Darstellung des Verwertungspotenzials der Rezyklate erfolgt im Projekt zudem durch die Entwicklung und Herstellung industrienaher Demonstratoren. Abschließend werden die entwickelten Prozesse und Technologien ökologisch und ökonomisch bewertet.

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295.102,00 €

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01.06.2026 - 31.05.2029

Bundesland

Sachsen

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Resource conservation
Umwelttechnik