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Projekt 38931/02

NEW KNIT – Skalierung textiler Kreisläufe in der Strickindustrie

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VORN eG - The Berlin Fashion Hub
Bikini Berlin - Budapester Str. 38 - 50
10787 Berlin

Zielsetzung

Das Projekt NEW KNIT entwickelt und erprobt zwei mechanische Recyclingverfahren für Alt- und Produktionsabfälle aus Berufs- und Sicherheitsbekleidung (Workwear, PSA) und vergleicht diese hinsichtlich Umweltwirkung, Wirtschaftlichkeit und industrieller Skalierbarkeit:

• Reißen & Spinnen: Textilabfälle werden in Fasern zerlegt und zu neuem Garn versponnen. Das Verfahren eignet sich für gemischte Materialströme, führt jedoch häufig zu Faserverkürzung und Qualitätsverlusten.

• Entstricken & Neuverstricken: Strickwaren werden mechanisch zu nahezu unverändertem Garn aufgetrennt und direkt wiederverwendet. Dieser Garn-zu-Garn-Ansatz vermeidet Downcycling, setzt jedoch geeignete textile Konstruktionen voraus.

Ziele des Vorhabens sind die vergleichende Bewertung beider Verfahren hinsichtlich CO₂-Bilanz, Ressourcenverbrauch, Kosten, Marktfähigkeit und industrieller Reife, die Untersuchung ihrer Eignung für typische Materialien und Anforderungen aus Workwear und PSA sowie die Erprobung unter realen Produktionsbedingungen mittelständischer Unternehmen. Zudem sollen CO₂-Emissionen, Materialeinsatz und Abfallmengen durch regionale Wertschöpfung und eine vergleichende Ökobilanzierung reduziert sowie praxisnahe Leitfäden und Entscheidungsgrundlagen für KMU entwickelt werden.

Das Projekt adressiert ökologische Defizite und steigende regulatorische Anforderungen in der Textil- und Workwear-Branche. Weltweit wird nur ein geringer Anteil von Alttextilien zu neuer Kleidung recycelt, während große Mengen verbrannt oder deponiert werden. Auch Berufsbekleidung verursacht durch regelmäßige Erneuerungszyklen erhebliche Abfallmengen. Gleichzeitig erhöhen die EU-Textilstrategie und die kommende Ökodesign-Verordnung (ESPR) die Anforderungen an Kreislauffähigkeit und Rücknahmesysteme. Unternehmen fehlt bislang eine belastbare Vergleichsgrundlage mechanischer Recyclingverfahren, insbesondere für Berufs- und Sicherheitsbekleidung. Gerade KMU benötigen daher praxisnahe Lösungen zur Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle.

Arbeitsschritte

Das Projekt verbindet technologische Entwicklung, wissenschaftliche Bewertung und industrielle Erprobung und ist in fünf Arbeitspakete (AP) gegliedert. Die Laufzeit beträgt 24 Monate (01.04.2026–30.03.2028).

AP1 (M1–M3) umfasst Projektsetup und Systemdefinition mit Festlegung technischer Grundlagen sowie geeigneter Zielmaterialien und Qualitätsanforderungen.

AP2 (M3–M10) entwickelt sensorbasierte und KI-gestützte Sortierverfahren zur Identifikation auftrennbarer Textilien und deren Zuordnung zu Recyclingrouten.

AP3 (M6–M18) beinhaltet Umsetzung und Pilotierung. Im Fokus stehen Garnrückgewinnung durch Entstricken sowie seriennahe Wiederverarbeitung auf industriellen Strickanlagen. Parallel werden Materialströme für das Reißen & Spinnen erprobt.

AP4 (M12–M22) dient der Evaluation beider Recyclingrouten anhand realer Materialströme aus Berufs- und Sicherheitsbekleidung. Grundlage sind Ökobilanzierung nach ISO 14040/44, Langlebigkeitsprüfungen sowie Materialanalysen im Nutzungskreislauf.

AP5 (M18–M24) überführt Ergebnisse in Leitfäden sowie Transferkonzepte für KMU. Die Arbeitspakete sind überlappend, sodass Pilotierungen bereits in AP2 starten und Ergebnisse kontinuierlich einfließen.

Die Partner arbeiten komplementär: VORN eG – The Berlin Fashion Hub koordiniert und verantwortet Entstricken, Materialentwicklung und Transfer. Die Technische Hochschule Augsburg mit dem An-Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH entwickelt und bewertet Reißen & Spinnen sowie die Ökobilanzierung. TEWI GmbH stellt Materialströme bereit, führt Pilotproduktionen durch und prüft die industrielle Umsetzung.

Das Vorhaben geht über den Stand der Technik hinaus, da erstmals zwei mechanische Recyclingverfahren für Berufs- und Sicherheitsbekleidung systematisch verglichen werden. Dadurch werden technische Machbarkeit, Umweltwirkungen und Skalierbarkeit gemeinsam bewertet.
Die Umweltentlastung entsteht durch Substitution primärer Rohstoffe durch Rezyklate in zwei Kreisläufen. Entstricken ermöglicht nahezu verlustarme Garnrückführung, Reißen & Spinnen erschließt auch gemischte Abfälle für stoffliche Nutzung. Dadurch steigt der Anteil werkstofflicher Verwertung. Regionale Verarbeitung reduziert Transportemissionen, die Vermeidung von Downcycling verlängert Materialnutzung. Insgesamt werden CO₂-Emissionen, Primärrohstoffeinsatz und Abfallaufkommen reduziert und ein skalierbares Modell für die DACH-Region geschaffen.

Ergebnisse

Das Projekt wurde am 03.04.2026 begonnen. Zwischenergebnisse und Resultate werden hier dokumentiert.

Fazit

Das Projekt wurde am 3.04.2026 begonnen. Zwischenergebnisse und Resultate werden hier dokumentiert.

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351.841,00 €

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03.04.2026 - 02.04.2028

Bundesland

Berlin