Technische Universität Clausthal
Institut für Aufbereitung, Recycling und
Kreislaufwirtschaftssysteme
Walther-Nernst-Str. 9
38678 Clausthal-Zellerfeld
Mit dem Projekt sollte in einer neuen Form von Schülerlaboren ein partizipatives Bildungsformat für Schülerinnen und Schüler entwickelt und implementiert werden. Als thematischer Anker sollte über das Leitthema Circular Economy (CE) aufgeklärt werden. Im Speziellen galt es, über den Rohstoff Gips in seinen Varianten als regional gewonnener Naturgips, als Gips aus den Rauchgasentschwefelungsanlagen der Kohleverstromung (REA-Gips) und als aus dem Gebäuderückbau gewinnbarer Sekundärrohstoff zu informieren.
Ziel war und ist eine Bewusstseinsschärfung und -sensibilisierung primär bei Jugendlichen. Angestrebt wird eine längerfristige Verhaltensänderung im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Im teilweise spielerischen Kontext soll dies zu einer nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft hin zu einer Circular Society beitragen und junge Menschen als „Rohstoffretter und Recycler der Zukunft“ gewinnen.
Mit dem Projekt sollten insbesondere SchülerInnen ab der 10. Klassenstufe jeglicher Schulform angesprochen werden. Das Bildungsformat zielte darauf ab, die intrinsische Motivation der SchülerInnen zu wecken, zu steigern und eine Sensibilisierung auf das Thema Ressourceneffizienz zu bewirken. Es wird angestrebt, Jugendliche für die Wissenschaft zu begeistern und ihnen Anregungen für ihre Berufs-, Studien- oder Ausbildungswahl zu schaffen. Die SchülerInnen sollen zudem als Multiplikatoren dienen, indem sie ihr erworbenes Wissen idealerweise auf ihr soziales Umfeld, einschließlich Eltern- und Großelterngeneration, übertragen.
Das Projekt soll eine nachhaltige Verhaltensänderung und ein gesteigertes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Gesellschaft bei der Zielgruppe erreichen. Die Grundlagen werden durch das Hervorheben der Relevanz des Rohstoffes Gips unter Betrachtung seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten geschaffen.
Insbesondere im Gips-Recycling besteht großes Forschungspotential, um die rückführbaren Stoffströme sowohl in ihrer Summe als auch in ihrer Vielfalt zu vergrößern. Aufgrund der zukünftig wegfallenden Kohleverstromung wird der aktuelle in der Braunkohleverstromung anfallende Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen (REA-Gips) ausbleiben. Der Wegfall dieses Stoffstromes führt zu einer Versorgungslücke, die entweder zu einem erhöhten Bedarf am Primärrohstoff Gips, einhergehend mit vermehrtem Abbau, oder einem gesteigerten Import führen kann.
Daher ist es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, die Recyclingquoten des Rohstoffes Gips zu erhöhen, neue technische Möglichkeiten zu entwickeln und bisher nicht rückführbare gipshaltige Sekundärrohstoffquellen zu erschließen.
Durch dialog- und beteiligungsfördernde Formate wurden breitenwirksame Bildungsmaßnahmen hierfür umgesetzt. Praktische Mitmachmöglichkeiten sollten eine realitätsnahe Umgebung schaffen, um Emotionen und Sympathie für das Thema zu wecken und einen Zugang über die aktive Mitgestaltung an zukunftsrelevanten Themen zu schaffen. Der Austausch und die Interaktion zwischen SchülerInnen und WissenschaftlerInnen stehen im Fokus.
Über Erfolgskontrollen und regelmäßige Evaluationen war die Zielerreichung zu überprüfen sowie ein iterativer Optimierungsprozess zu ermöglichen.
Neben den im Projekt vorgesehenen Schülerlaboren, die sowohl an der TU Clausthal wie auch an interessierten Schulen durchgeführt wurden, wurden im Laufe des Projektes auf Grund der sehr begrenzten Resonanz für dieses Thema im speziellen sowie für innerschulische Maßnahmen dieser Art im allgemeinen weitere Präsentations- und Eventformate entwickelt und eine Verknüpfung mit attraktiven, ähnlich gelagerten Themen wie dem Recycling von Elektronikschrott sowie einer generalisierten Darstellung der Probleme bei einer Rohstoffverknappung am Beispiel von Kupfer hergestellt.
Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Veranstaltungen ist im separaten Abschlussbericht aufgeführt.
Da das Projekt selbst eine Maßnahme der Ö´Ú´Ú±ð²Ô³Ù±ô¾±³¦³ó°ì±ð¾±³Ù²õ²¹°ù²ú±ð¾±³Ù ist, war eine fachlich/wissenschaftliche Veröffentlichung der Projektergebnisse nicht vorgesehen. Eine Abschätzung des Impacts/möglicher Bewusstseinsänderungen in der Breite kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden.
Das Projekt bzw. das darin generierte Material wird auch nach Projektende, wie oben beschrieben, weitergenutzt und weiterentwickelt.
In den letzten Jahren haben Themen wie Umweltschutz, Klimawandel und Circular Economy in der Öffentlichkeit z. T. an Relevanz bzw. Sichtbarkeit verloren. Insbesondere in der ursprünglich adressierten Generation spielen diese Themen bei der großen Mehrheit nur noch eine untergeordnete Rolle.
Da die Problematik aber nicht weniger virulent ist und eher noch kritischer wird, muss die Thematik über andere Narrative an verschiedene gesellschaftliche Gruppen herangetragen werden. Die zunehmend kritische Situation im Bereich der Rohstoffversorgung, die sich durch die Aktivitäten der Großmächte USA, Russland und China für Europa ergeben, müssen vor dem jeweils aktuellen Hintergrund der tagespolitischen Diskussionen publikumswirksam adressiert werden.
Daher wurde die Thematik des Projektes eingebettet in jeweils übergeordnete Botschaften und soll auch künftig in dieser Weise vermittelt werden.