NUNOS GmbH
Bergmannstr. 90
50354 Hürth
Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen gehören zu den größten diffusen Emissionsquellen der Landwirtschaft. Bei Lagerung und Ausbringung unbehandelter Gülle entweicht ein erheblicher Anteil des enthaltenen Stickstoffs als Ammoniak in die Atmosphäre, lagert sich an Feldrändern ab und gefährdet die Biodiversität, weil stickstoffliebende Pflanzen andere Arten verdrängen. Gleichzeitig gelangt Nitrat ins Grundwasser, während der eigentliche Düngewert der Gülle weit unter seinem Potenzial bleibt. Die entstehende Nährstofflücke wird häufig durch den Einsatz von Mineraldünger geschlossen – mit hohem Energieaufwand und entsprechenden CO₂-Emissionen.
Die NUNOS GmbH hat auf Basis des C.R.O.P.-Verfahrens (Combined Regenerative Organic-food Production), das ursprünglich am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde, eine dezentrale Aufbereitungsanlage für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt. Ein Mikrobiom aus über 1.500 Mikroorganismenarten wandelt Gülle und Gärreste ohne chemische Zusätze biologisch in einen hochwertigen Flüssigdünger um. Durch die biologische Ansäuerung auf einen pH-Wert von etwa 6,0 liegt Stickstoff stabil als Ammonium vor und kann nicht mehr gasförmig entweichen. Gleichzeitig wird er zu direkt pflanzenverfügbarem Nitrat umgewandelt. Erste Pflanzversuche an unabhängigen Forschungseinrichtungen zeigten gegenüber unbehandelter Rohgülle einen Mehrertrag von 22 % bei Silomais; weitere Versuche mit Sonderkulturen wie Zierpflanzen und Gemüse verliefen ebenfalls vielversprechend.
Ziel des Fördervorhabens ist der Betrieb einer Pilotanlage auf einem landwirtschaftlichen Praxisbetrieb sowie die wissenschaftliche Quantifizierung der Emissionsreduktion von Methan, Ammoniak und Lachgas gegenüber unbehandelter Gülle. Ergänzend wird die Düngewirkung in einem Feldversuch sowie in Gewächshausversuchen mit Sonderkulturen belegt und die Reduktion von Nitratauswaschungen ins Grundwasser in einem Laborversuch untersucht. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft: Reststoffe werden direkt auf dem Betrieb veredelt, der Einsatz von Mineraldünger reduziert und Emissionen an der Quelle gemindert.