Rüthnick. Vergangenes Wochenende (17.-19. April) probten rund 800 Einsatzkräfte verschiedener Rettungseinheiten unter Leitung der Landkreise und das Vorgehen bei einem möglichen Großbrandereignis unter anderem auf der DBU-Naturerbefläche Rüthnicker Heide. Ein Feuer wurde dabei nicht gelegt. „Gemeinsam möchten wir erreichen, dass in Krisensituationen zeitnah und pragmatisch reagiert wird“, erklärt Christian ³§Ã¼°ù¾±±ð, Leiter Betriebsmanagement im DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Fiktiver Waldbrand übt gezielte Vorgehensweise
„Für die Einsatzkräfte war es eine hervorragende Möglichkeit den Ernstfall zu üben und sich ein umfangreiches Bild von den Wegen und Löschstrukturen auf der DBU-Naturerbefläche zu machen“, erklärt Revierleiterin Sophia ³Òü²Ô³Ù³ú±ð±ô vom betrieb Westbrandenburg. Ziel der Übung war es, neben organisatorischen Abläufen bei einem Waldbrand auch kreisübergreifende Strukturen kennenzulernen sowie die taktische Zusammenarbeit zu stärken. Dafür durchliefen die Einsatzkräfte fünf Stationen im Gelände. Sie förderten Wasser über eine lange Wegstrecke, bauten ein Kreisregner-System auf und entnahmen Wasser mit einem Hochdruckfördersystem oder organisierten einen Bereitstellungsraum, um die Infrastruktur während eines Einsatzes zu koordinieren. „Da Waldbrände nicht zum täglichen Geschäft der Rettungskräfte gehören, aber in den vergangenen Jahren klimabedingt durch lange Trockenperioden zunehmen, sind diese Übungen besonders wertvoll“, ergänzt ³Òü²Ô³Ù³ú±ð±ô.
Nadelbäume feueranfälliger als Laubbäume
Die DBU-Naturerbefläche Rüthnicker Heide ist durch ein großes, geschlossenes Waldgebiet charakterisiert. Neben einem Eichenwald im Zentrum charakterisieren ausgedehnte Kiefernforste die Fläche. „Nadelbäume sind grundsätzlich etwas feueranfälliger als Laubbäume. Zum einen gelangt durch die lichte Kiefernkrone viel Sonnenlicht auf den Boden, was ihn schnell austrocknet. Zum anderen brennen die trockenen Nadeln von Kiefern gut“, beschreibt Christian ³§Ã¼°ù¾±±ð, Leiter Betriebsmanagement im DBU Naturerbe. Hinzu komme, dass Nadelbäume über einen großen Harzanteil verfügen, der zusammen mit ätherischen Ölen als Brandbeschleuniger wirken könne.

Waldbrandvorsorge im Fokus
„Die Waldbrandvorsorge ist aufgrund der klimatischen Entwicklungen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen stärker in den Fokus gerückt. Wir freuen uns über das Engagement der Feuerwehren und danken für den Einsatz“, betont ³§Ã¼°ù¾±±ð. Als Waldbesitzerin sorge das DBU Naturerbe dafür, dass beispielsweise die Brandschneisen und die Hauptfahrwege auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz offenbleiben. ³§Ã¼°ù¾±±ð: „Letztlich sind wir aber alle gefragt, wenn es darum geht, Waldbrände zu vermeiden.“ Die Hauptursache für Waldbrände ist laut Umweltbundesamt menschliches Handeln. Unachtsamer Umgang mit der Natur wie das im Wald ohnehin verbotene Entfachen von Lagerfeuern oder das Wegwerfen eines einzigen Zigarettenstummels können dramatische Folgen nach sich ziehen. Auch Autos sollten grundsätzlich nur auf ausgewiesenen und dafür vorbereiteten Parkplätzen, nicht auf trockenem Gras am Seitenstreifen abgestellt werden, da dies ein Feuer entfachen könnte.